🎉YEAH! · Fakten zum Jubeln
Acht Dinge, die Menschen geschafft haben, obwohl sie kaum möglich schienen.
Seite 53 · Fakt 1
Der kleine Hubschrauber, der nicht aufgab
Der Marshubschrauber Ingenuity wog 1,8 Kilogramm und sollte in dreißig Tagen fünf Flüge zeigen. Daraus wurden fast drei Jahre und 72 Flüge, mit zusammen gut zwei Stunden Flugzeit und über 17 Kilometern Strecke. Im Januar 2024 beschädigte er bei einer Landung ein Rotorblatt und kann seither nicht mehr fliegen; als feste Wetter- und Messstation funkt er weiter. Fliegen kann er überhaupt nur, weil seine Rotoren mit rund 2 500 Umdrehungen pro Minute laufen — die Marsatmosphäre hat weniger als ein Prozent des irdischen Drucks.
Quelle: NASA/JPL: Mars-Hubschrauber Ingenuity, 72 Fluege statt der geplanten fuenf, Rotorschaden im Januar 2024. [Sekundaer]
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Seite 54 · Fakt 2
Das Haus im Weltraum
Die Internationale Raumstation umkreist die Erde in rund 400 Kilometern Höhe mit etwa 28 000 Kilometern pro Stunde und braucht dafür 90 Minuten. Seit dem 2. November 2000 ist sie ununterbrochen bewohnt; das sind inzwischen über 25 Jahre, in denen kein einziger Tag ohne Menschen an Bord verging. Sie ist so groß wie ein Fußballfeld und mit bloßem Auge als heller, ruhig wandernder Punkt zu sehen. Wann sie über den eigenen Wohnort zieht, lässt sich auf der NASA-Seite „Spot the Station" nachschlagen.
Quelle: NASA: ISS in rund 400 km Hoehe, 90 Minuten Umlaufzeit, seit dem 02.11.2000 ununterbrochen bewohnt. [Sekundaer]
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Seite 55 · Fakt 3
Der Roboter-Baum auf dem Mars
MOXIE war ein schuhkartongroßes Gerät an Bord des Rovers Perseverance. Es zerlegte das Kohlendioxid der Marsatmosphäre elektrochemisch und gewann daraus Sauerstoff. In sechzehn Läufen zwischen 2021 und 2023 erzeugte es zusammen rund 122 Gramm — so viel, wie ein Mensch in etwa vier Stunden atmet. Das klingt wenig, war aber der Nachweis des Verfahrens. Eine bemannte Rückkehr vom Mars braucht vor allem Sauerstoff als Treibstoffbestandteil, und den vor Ort herzustellen, spart tonnenweise Startmasse.
Quelle: NASA/MIT: MOXIE an Bord von Perseverance, sechzehn Laeufe zwischen 2021 und 2023, zusammen rund 122 Gramm Sauerstoff. [Sekundaer]
Seite 56 · Fakt 4
Reparatur aus der Ferne
Voyager 1 startete 1977 und ist heute über 24 Milliarden Kilometer entfernt; ein Funksignal braucht dorthin gut zweiundzwanzig Stunden. Im November 2023 begann die Sonde unverständliche Daten zu senden. Die Ursache fand sich in einem defekten Speicherbaustein des Flugdatensystems. Das Team verteilte den betroffenen Programmcode auf andere Speicherbereiche und funkte ihn hinauf; im April 2024 meldete sich die Sonde wieder mit brauchbaren Daten. Programmiert wurde dabei Technik aus den Siebzigerjahren, mit einer Antwortzeit von fast zwei Tagen je Versuch.
Quelle: NASA/JPL: Voyager 1, Stoerung des Flugdatensystems ab November 2023, Behebung durch Umverteilung des Programmcodes, brauchbare Daten wieder ab April 2024. [Sekundaer]
Seite 57 · Fakt 5
Die erste Mondlandung
Der Apollo Guidance Computer arbeitete mit rund 2 Megahertz, etwa 4 Kilobyte Arbeitsspeicher und 72 Kilobyte Festspeicher. Sein Programm war als Kernseilspeicher von Hand verwoben, Draht für Draht. Ein heutiges Mobiltelefon übertrifft ihn um viele Größenordnungen. Entscheidend war nicht Rechenleistung, sondern Zuverlässigkeit: Beim Anflug auf den Mond meldete der Rechner Überlastungsalarme, arbeitete aber die wichtigsten Aufgaben weiter ab, weil er dafür gebaut war, unwichtige fallen zu lassen. Die Software leitete Margaret Hamilton.
Dazu passt: Der Mond, zu dem sie flogen, entfernt sich noch heute: Seite 15.
Quelle: Apollo Guidance Computer: rund 2 MHz, etwa 4 KB Arbeits- und 72 KB Festspeicher, Kernseilspeicher; Softwareleitung Margaret Hamilton. [Sekundaer]
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Seite 58 · Fakt 6
Weltraum-Billard
Am 26. September 2022 schlug die NASA-Sonde DART mit rund 22 000 Kilometern pro Stunde in den Asteroidenmond Dimorphos ein. Dessen Umlauf um den größeren Didymos verkürzte sich dadurch von 11 Stunden 55 Minuten auf 11 Stunden 23 Minuten, also um 32 Minuten — weit mehr als die als Erfolg gesetzten 73 Sekunden. Es war der erste Nachweis, dass sich die Bahn eines Himmelskörpers gezielt ändern lässt. Wichtig für besorgte Kinder: Von Didymos ging nie eine Gefahr aus, er war ein Übungsziel. Die europäische Sonde Hera untersucht seit 2024 das Ergebnis vor Ort.
Quelle: NASA, 26.09.2022: DART trifft Dimorphos; Umlaufzeit verkuerzt sich um 32 Minuten. ESA-Sonde Hera untersucht das Ergebnis seit 2024. [Sekundaer]
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Seite 59 · Fakt 7
Zurück zum Mond
Das Artemis-Programm soll Menschen zum Mond zurückbringen. Artemis I flog 2022 unbemannt um den Mond. Für Artemis II, den ersten bemannten Flug, ist Christina Koch als erste Frau auf einer Mondmission benannt, zusammen mit Victor Glover als erstem Schwarzen Astronauten einer solchen Mission. Sie sollen den Mond umrunden, nicht landen; die Landung ist für Artemis III vorgesehen. Termine haben sich mehrfach verschoben. Wer mit Kindern darüber spricht, sollte offenlassen, wann es so weit ist.
Quelle: NASA, Artemis-Programm: Artemis I 2022 unbemannt; fuer Artemis II sind Christina Koch als erste Frau und Victor Glover benannt. Termine haben sich mehrfach verschoben. [Sekundaer]
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Seite 60 · Fakt 8
Das goldene Super-Teleskop
Der Hauptspiegel des James-Webb-Weltraumteleskops besteht aus achtzehn sechseckigen Segmenten aus Beryllium und misst 6,5 Meter. Jedes Segment trägt eine Goldschicht von etwa hundert Nanometern; zusammen sind das nur rund 48 Gramm Gold. Gold, weil es Infrarotlicht besonders gut zurückwirft, und Infrarot ist das, wofür Webb gebaut wurde. Der fünflagige Sonnenschutz ist etwa so groß wie ein Tennisplatz und hält die Instrumente bei minus 233 Grad — nur so lassen sich die schwachen Wärmesignale ferner Galaxien überhaupt messen.
Quelle: NASA: James-Webb-Weltraumteleskop, 18 Berylliumsegmente, 6,5 m Hauptspiegel, Goldschicht von rund hundert Nanometern, zusammen etwa 48 Gramm; Sonnenschutz von der Groesse eines Tennisplatzes. [Sekundaer]
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